Vorzeige-Hof im Dachauer Moos
Biologisch-dynamischer Anbau am Obergrashof

- Demetergärtner Julian Jacobs (links) und Peter Stinshoff gehen den Gemüseanbau ganzheitlich an.
Feuchte Rindernasen erschnuppern den würzigen Geruch der moorigen Wiesen. Mit ihren langen Zungen rupfen die massigen Tiere das saftige Weidegras. Leidenschaftlich buddeln sie in der dunklen Erde. Jedes Frühjahr freuen sich Peter Stinshoff und Julian Jacobs auf diesen Anblick. Wenn die seltenen Murnau-Werdenfelser-Rinder nach langen Monaten im Stall das erste Mal auf die Weide traben. In fünfzehn Jahren sind aus fünf Mutterkühen durch Zuchterfolge 65 Tiere geworden. Damit grast hier inzwischen die zweitgrößte Werdenfelser-Herde der Welt.
Die vom Aussterben bedrohten Rinder geben Milch für die Kälber, die bei den Müttern bleiben und werden für den Eigenbedarf am Hof gemolken. Die männlichen Kälber werden zu Ochsen gemacht (kastriert) und nach zwei bis drei Jahren geschlachtet. Das Fleisch ist besonders hochwertig und wird von Kennern sehr geschätzt.
Anbau nach den Lehren Rudolf Steiners
In erster Linie sind die Tiere für den guten Boden des Anbaubetriebes zuständig. Denn der Obergrashof im Dachauer Moos verfolgt die Ziele der biologisch-dynamischen Landwirtschaft nach den Lehren von Rudolf Steiner.
Mit dem ganzheitlichen Konzept der nachhaltigen Viehzucht, dem vielfältigem Gemüseanbau, dem Demeter-Hofladen und dem Bauernhofkindergarten ist der Obergrashof ein Bilderbuch-Hof des biologisch-dynamischen Anbaus. Das so erfolgreich und konsequent umgesetzte Konzept zieht viele Neugierige an, die an Hoffesten, Führungen, Volkshochschulvorträgen und Fachseminaren teilnehmen.
Seit Jacobs und Stinshoff im Jahr 1991 in einer Ackerlandschaft mit Bachläufen, Hecken und Gräben das Projekt Obergrashof geschaffen haben, bewirtschaften sie ihre Felder nach den ganzheitlichen Methoden des Anbauverbandes Demeter – der konsequentesten Form des ökologischen Landbaus.
Dazu gehört auch die nichtstofflichen Kräfte des Himmels und der Erde in den Anbau miteinzubeziehen: die biodynamichen Spritzpräparate Hornkiesel und Hornmist. Nach dem Prinzip der Minimaldosierung werden im Demeteranbau diese beiden Substanzen in einer sehr geringen Dosis über die Anbauflächen verteilt.
Ähnlich wie in der Homöopathie wirken diese Art von Präparate auf dem Acker: Die Kräfte, die sie enthalten sind das Wesentliche, nicht die Stoffmenge: Geschmack, Konsistenz und Lagerfähigkeit der Erzeugnisse werden dadurch verbessert – das haben sogar Studien belegt.
Finalist des Bundeswettbewerbs "ökologischer Landbau"
Der Obergrashof ist heute ein ökologischer Vorzeigehof . Hier wachsen auf 65 Hektar fast das ganze Jahr über Salat, Kartoffeln, Rettich, Karotten, Blumenkohl, Schnittlauch und anderes hochwertiges Gemüse. Die bunte Blütenpracht ist im Sommer weithin sichtbar. Genau wie bei VollCorner liegt den Öko-Pionieren vom Obergrashof die Saatgutförderung sehr am Herzen.
Alte Landsorten werden aufgegriffen und für den Ökoanbau zu professionellen Gemüsesorten entwickelt. So wurde z.B. 2010 die Kohlrabisorte 'Rasko' vom Bundessortenamt neu zugelassen. Ebenso werden regionale Kultursorten wie der Rettich 'Münchner Treib und Setz' vor dem Aussterben bewahrt und stehen wieder dem Anbau zur Verfügung. Die hohe Qualität der Erzeugnisse und das ganzheitliche Konzept der engagierten Demetergärtner bescherten dem Obergrashof jüngst auch eine Würdigung durch oberste Stellen: Der Obergrasho war Finalist des bundesweiten „Förderpreises ökologischer Landbau“ des Landwirtschaftsministeriums.
Gut so, denn Ehre, wem Ehre gebührt!
Hier der Link zum Webauftritt vom Obergrashof unter www.obergrashof.de.

