Geschichte

Mitte der 80er-Jahre: Mit Lust auf natürliches Essen, fairen Handel und regionale Produkte wächst eine neue Generation heran.

Toskana 1988, ein lauer Abend am Meer, knisterndes Lagerfeuer ...

Mitte der 80er-Jahre wächst im Umfeld der Anti-Atombewegung eine neue Generation kritischer Konsumenten heran: Mit Lust auf natürliches Essen, fairen Handel und regionale Produkte entdeckt sie ihre Macht als Verbraucher.

Am Anfang war das Kollektiv

In dieser Zeit beginnt eine Clique junger Münchner mit dem Gedanken zu spielen, einen Bioladen zu gründen, so wie sie ihn selber gerne besuchen würden. Aus der kruden Idee wird schnell ein konkreter Plan. Mit Begeisterung für Bio und dem nötigen Fachwissen, das der ausgebildete Groß- und Einzelhändler Willi Pfaff mitbringt, macht sich das Kollektiv daran, das Konzept in die Tat umzusetzen: Persönlich, regional, modern - der Biomarkt an der Ecke. VollCorner.

Leckere Qualität aus der Heimat soll VollCorner auszeichnen und das Einkaufen soll Spaß machen: Mit lebensfrohen Farben, hellem Design und freundlicher Beratung will man sich abheben vom damals üblichen Körndlbeißer-Image der Ökoläden.

Fehlt nur noch der Laden ...Toskana, 1988: Ein lauer Abend am Golfo di Baratti. Pfaff sitzt mit seinen Freunden am Lagerfeuer. Der Italienliebhaber erinnert sich noch heute genau. Denn hier hört er das erste Mal von einem leer stehenden Laden in der Maistraße: Optimale Ecklage, ideale Größe, gute Erreichbarkeit. Pfaff und seine Clique sind voller Euphorie. Der eigene Laden scheint in greifbarer Nähe. Nach der ersten Besichtigung sinkt die Laune jedoch schnell: Die Räume sind in einem katastrophalen Zustand. Die Kraft des Kollektivs ...Gut, wenn man viele Freunde hat.

Schaufeln, hämmern, bauen für Bio

Rund ein Dutzend junge Leute schaufeln, hämmern und malern mehr als drei Monate jede freie Minute auf der Baustelle. Wände müssen rausgerissen, sanitäre Anlagen ersetzt und der Fußboden teilweise metertief abgetragen werden.

Als der Laden im Herbst 1988 eröffnet, werden die Erwartungen übertroffen. Anwohner, Laufkundschaft und Geschäftsleute aus den umliegenden Büros werden schnell zu Stammkunden - viele von ihnen entdecken erstmals die besondere Qualität ökologischer Lebensmittel. VollCorner 1988: Ein voller Erfolg!

Kundenbindung: VollCorner im Herzen

Der Erfolg bestärkt die Bio-Pioniere darin, VollCorner auch in anderen Stadtteilen zu etablieren. 1991 eröffnet ein Eckladen in der Frundsbergstraße. Die Neuhauser Nachbarschaft schließt den Biomarkt mit der charmanten Ecklage schnell ins Herz.

Als diese Filiale nach Eröffnung des dritten und 240 m² großen VollCorner Biomarktes an der Arnulfstraße aufgelöst werden soll, bekommt Pfaff zu spüren, wie intensiv die Kundenbindung ist. Anwohner sammeln Unterschriften und schreiben viele Briefe, damit der Lieblingsladen um die Ecke erhalten bleibt - mit Erfolg.

Mit der besseren Hälfte ...

Das komplexe Bio-Kollektiv mit den wechselnden Teilhabern wird damals zu einer GmbH mit nur noch zwei Inhabern. Seit 2000 ist Birgit Neumann neben Willi Pfaff gleichberechtigte Gesellschafterin. Mit der erfahrenen Biohändlerin aus Marburg hat Willi Pfaff die ideale Partnerin für seine Zukunftspläne gefunden. Nicht nur geschäftlich - auch privat: Das Erfolgsteam gründet eine Familie.

Die studierte Theologin baut den Laden in der Arnulfstraße zum erfolgreichen Flagstore aus. Als die BSE-Krise im Jahr 2001 das Bewusstsein der Verbraucher schärft, kommen die Mitarbeiter mit dem Auffüllen der Regale kaum mehr nach. Mit neuem Schriftzug und dem Label "Biomarkt" ist der Laden an der viel befahrenen Ausfallstraße zugleich der Auftakt für das Filialkonzept von VollCorner.

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