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Der Hokkaidokürbis

Der Hokkaidokürbis

Am diesem Koloss scheiden sich die Geister – im wahrsten Sinne des Wortes: Während bei den einen schon im Spätsommer die Vorfreude auf die erste Kürbissuppe steigt, begegnen die anderen dem farbenprächtigen Herbstgemüse mit bitteren Vorurteilen. Allenfalls an Halloween kommt ihnen die Frucht ins Haus: Furcht statt Frucht? Was für eine Ungerechtigkeit! War die gesunde Pflanze doch eine der ersten Gemüsesorten, die  der Mensch jemals selbst angebaut hat. Neueste archäologische Funde deuten darauf hin, dass unsere Vorfahren bereits vor 10.000 Jahren begonnen haben, den Kürbis zu züchten. Cucurbita heißt er eigentlich.

Warum ausgerechnet der Kürbis an Halloween ausgeschlachtet wird, weiß man nicht so genau. Vermutlich weil man ihn in den USA im Oktober reichlich ernten kann und sich seine Schale gut schnitzen lässt. Eben diese harte Schale war der Grund, warum die Japaner mit dem amerikanischen Kürbis nie ganz zufrieden waren. 

1878 hatte ein US-amerikanischer Agrarberater den Riesenkürbis auf die Insel Hokkaido mitgebracht. Dort wurde die große US-Frucht über die Jahre immer kleiner – und immer schmackhafter. In den 90er-Jahren tauchte der kleine asiatische Kürbis auch in unseren Geschäften auf. Das Fruchtfleisch des nur noch ein bis zwei Kilo schweren Speisekürbisses erinnert uns mit seinem nussigen Aroma an heiße Maroni und schmeckt auch nicht mehr so bitter. Außerdem ist die Konsistenz fester, so dass auch keine Fasern mehr den Genuss verderben. Übrigens: Die Schale wird beim Kochen so weich, dass man sie mitessen kann. Was geblieben ist? Der besonders hohe Vitamin-A-Gehalt. Wie bei der Karotte ist das Beta-Carotin für die orange Farbe des Kürbisses verantwortlich. Das kugelförmige Gemüse gehört zu den ergiebigsten Carotin-Lieferanten – noch vor Salat und Tomate.

Droht der orange Riese also auszusterben? Müssen wir an Halloween künftig Rübenköpfe vor die Tür stellen? Wohl kaum. Wer würde sonst die 1000 Euro Preisgeld für den schwersten Kürbis des Landes kassieren? Heuer freute sich Wilfried Sch. aus Brachtal (Hessen) über den Titel des Deutschen Kürbis-Meisters. 603 Kilo brachte sein Kürbis auf die Waage. Die Sache hatte nur einen Haken: Der Züchter kann Speisen, die mit Kürbis zubereitet sind, kulinarisch absolut nichts abgewinnen. Vielleicht sollte er mal einen Hokkaidokürbis probieren? Bio natürlich.

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