Krapfen-Statement

Fettgebäck in aller Munde

Beim Lesen der Süddeutsche Zeitung ist uns am Wochenende fast ein Krapfen im Hals stecken geblieben. Bei der Kürung von Münchens besten Krapfen gingen wir leider leer aus. Nun, wäre es nur um den Geschmack gegangen, hätten wir das auch verkraftet. Geschmäcker sind verschieden. Doch dabei blieb es nicht. Der selbsternannte Krapfen-Spezialist gab schlichtweg falsche Informationen weiter, die wir hiermit berichtigen.

⛔ Falsch: Der getestete Krapfen wäre alt!
✅ Richtig: Der Krapfen war frisch. Dass der Krapfen seine Form nicht behielt, liegt an der handwerklichen Herstellung. Unser Krapfen wurde in der Fritz Mühlenbäckerei von beiden Seiten im heißen Fett gebacken und anschließend von einem Mitarbeiter geschwenkt. Das Schwenken ist wichtig. Denn nur wenn auch der sog. "Kragen" (der helle Mittelteil des Krapfens) kurz im Fett gebacken wird, bleibt der Krapfen formstabil. Wenn also der Mitarbeiter nicht höllisch gut aufpasst, kann es vorkommen, dass der Kragen zu kurz gebacken wird und der Krapfen daher später in sich zusammensinkt. In industriellen Großbäckereien übernimmt diesen Backvorgang eine Maschine. Und wie das eben so ist: Der Mensch ist keine Maschine und wo Menschen sind, passieren Fehler - wie z.B. instabile Krapfen.

Richtig geärgert haben wir uns über die Darstellung, unser Bio-Krapfen sei ein "UMWELTSÜNDER", da er Palmöl enthalte. Zur Info: Jede Bäckerei nutzt Palmöl, um Fettgebäck zu frittieren. Warum diese Info bei den "Recherchearbeiten" des Journalisten unterging? Die meisten Bäckereien halten mit dieser Info hinterm Berge. Sie sprechen von Pflanzenfett statt Palmöl auf der Zutatenliste, um sich keinen Diskussionen stellen zu müssen.

⛔ Falsch: Bio-Palmöl zerstört den Regenwald
✅ Richtig: Unsere Krapfen werden mit Bio-Palmöl gebacken, das nicht in Zusammenhang mit Regenwaldzerstörung, Artenvernichtung oder Landraub steht. Bio-Palmöl stammt größtenteils aus Brasilien, Kolumbien und Ghana, nicht aus Malaysia und Indonesien. Die Herkunft des Öls lässt sich bis zur Erzeugung transparent zurückverfolgen. Eine Tatsache, die der konventionelle Handel kaum bieten kann. Bio-Palmöl ist weder minderwertig, noch ein billiger Füllstoff. Bio-Palmöl kostet gegenüber konventionellem locker das Dreifache. Eine gute Übersicht zum kontroversen Thema Bio-Palmöl bietet Rapunzel: www.rapunzel.de/faires-palmoel.html

Den gesamten Krapfen-Test der SZ gibt's hier nochmal zum Nachlesen. www.sueddeutsche.de/muenchen/geschmackstest-der-beste-krapfen-der-stadt-1.3862137-4