Aussäen, pflanzen, ernten, Saatgut einbehalten für das nächste Jahr. Seit über tausenden Jahren hat dieser Zyklus Tradition. Heute ist er weitgehend unüblich. Das Saatgut, der Grundstein unserer Ernährung, liegt schon lange nicht mehr allein in den Händen der Landwirte und Gärtnereien. Großkonzerne züchten Hybridsaatgut, welches große Ernteerfolge verspricht, aber nicht nachgezüchtet werden kann. Qualitative Eigenschaften wie Geschmack oder Gehalt an ätherischen Ölen spielen dabei oft eine untergeordnete Rolle. Der traditionelle Nachbau, über Auslese und Wiederaussaat, ist nur mit samenfesten Sorten möglich. Mit der Hoheit der Saatgut-Konzerne geraten Bauern in eine Abhängigkeit und müssen ihre Saat jedes Jahr neu kaufen. Zum Glück setzen sich einige unserer Partner-Betriebe für Züchtung und Erhalt samenfester Sorten ein, u.a. der Obergrashof in Dachau oder der Biohof Fuchs in Schrobenhausen, um unser Saatgut als Kulturgut zu erhalten. Vorteile samenfester Sorten: Sie sind nachbaufähig, garantieren Vielfalt auf dem Acker und Unabhängigkeit in der Versorgung mit Saatgut und Lebensmitteln, bergen Potentiale für die Züchtung zukünftiger Sorten und überzeugen durch guten Geschmack und Bekömmlichkeit. Eine sehr gute Erklärung findest du auf den Websites der Vereine Kulturpflanzenentwicklung Obergrashof & Kultursaat. Oder im VollCorner Interview mit Julian Jacobs vom Obergrashof. Außerdem kannst du dir hier eine Infografik herunterladen.